Heute vor… 70 Jahren – Fliegerangriff auf die Selfkantbahn
03.09.2014 | FW Gangelt, Super Sonntag, Heimatkalender 1993 | Autor: Oliver Thelen
Das Kriegsjahr 1944 brachte Deutschland in große Bedrängnis. Die alliierten Kräfte drängten die Wehrmacht immer weiter zurück und bestimmten das Kriegsgeschehen. Während die großen Städte unter den massiven Bombenangriffen litten, wurde die Bevölkerung in unserer Region Ziel der alliierten Jagdflugzeuge. Die Freiwilligen Feuerwehren übernahmen zu dieser Zeit bei Luftangriffen den Luftschutzdienst. Am 3. September 1944 erreichten amerikanische Jagdflugzeuge aus Richtung Süsterseel kommend den Bahnhof Gangelt. Während die Fahrgäste und Besucher in einem nahe gelegenen Bunker flüchteten, übernahm die Feuerwehr Gangelt den Luftschutz. Nach dem Ende des Angriffs gab die Alarmsirene Entwarnung und die Fahrgäste stiegen wieder in den Zug Richtung Geilenkirchen.
Etwa zehn Minuten später erreichter der Zug den Bahnhof Schierwaldenrath. Während weitere Gäste zustiegen, begann ein erneuter Angriff der amerikanischen Jagdflugzeuge auf die Selfkantbahn. In drei Angriffswellen wurden die voll besetzten Wagons durchlöchert. Dabei kamen 28 Menschen ums Leben und über 50 Weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Vier weitere Opfer überlebten den Weg in die Krankenhäuser nicht, vier Weitere starben in den umliegenden Krankenhäusern. Insgesamt gab es 36 Todesopfer zu beklagen. Darunter auch eine junge Frau die mit ihrem Kind den Angriff von einem Fenster aus beobachtete. Sie wurde tödlich getroffen während ihr Kind überlebte. Die Bahn war zu der Zeit die einzige regelmäßige Anbindung nach Geilenkirchen und damit zu weiteren Verbindungen. Am Tag des Angriffes war die Bahn mit ihren drei Personenwagen, zwei offenen Wagons und einem Gepäckwagen voll besetzt.
Den vollständigen Einsatzbericht finden Sie unter feuerwehr-gangelt.de
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