Mehrere Lehrgänge in der Gemeinde Gangelt gestartet
15.03.2017 | Feuerwehr Gangelt | Autor: Marcel Huken
Fünfzehn Einsatzkräfte der Feuerwehren Gangelt und Übach-Palenberg bekamen am vergangenen Wochenende im Rahmen ihrer Grundausbildung das Werkzeug der Ersten Hilfe beigebracht. Gestartet wurde mit Konflikten und Ängste, die in jedem Ersthelfer stecken:
- Mache das richtige?
- Mache ich nichts falsch?
- Was ist wenn ich den Verletzten, womöglich beim retten, wieder zusätzlich verletzte?
- Was mache ich bei Wunden?
- Was tue ich bei Brüchen oder sogar Amputationen?
Das erfahrene Ausbilderteam rund um Dirk Fiegen nahm den jungen Einsatzkräften die Unsicherheit und vermittelten, dass es nur einen Fehler gibt und zwar nichts zu tun.
Nach der Mittagspause befassten sich die Einsatzkräfte mit den Bewusstseinsstörungen insbesondere wie man einen schockigen Patienten lagert. Hier übten die Ausbilder mit ihren Teilnehmern die stabile Seitenlage, die bei bewusstlosen Personen zum Tragen kommt. Weiter ging es mit dem Erstickungsanfall, 5 mal kräftig zwischen die Schulterblätter schlagen und dann anschließend das Heimlich Manöver angewandt und dann wieder ran zwischen den Schulterblättern, alles im Wechsel, bis der Gegenstand aus dem Hals fliegt!
FAST: Face, Arm, Speech, Time, ist ein einfaches aber anerkanntes Schema, um ein neurologisches Defizit heraus zu finden, was beim Schlaganfall Auftritt, denn Time is Brain. Wenn eines der untersuchten Gebiete Gesicht, Arme oder Sprache auffällig verändert ist, hat zu 70% ein Schlaganfallereignis statt gefunden. In diesem Fall zählt jede Minute, um diesen Menschen in eine adäquate Fachabteilung der Neurologie (Stroke Unit) zu transportieren.
Nach dem Schlaganfall ging es zu den hirnbedingten Krampfanfällen, Epilepsie genannt. Hilfe leisten ist in diesem Fall relativ einfach:
Dem Menschen bei einem großen Krampfanfall Platz schaffen damit er sich nicht weiter verletzten kann, nach dem Krampf in die stabile Seitenlage legen und den Rettungsdienst dazu rufen.
Nach dem Hirninfarkt, wurde der Herzinfarkt thematisiert. Symptome wie, Schmerzen im linken Arm, hinter dem Brustbein und in der Brust, die länger als 5 Minuten dauern, sollten so ernst genommen werden. In diesem Fall sollte ohne zu zögern den Rettungsdienst über die 112 verständigt werden.
Nach der Generalprobe kam die Kür, die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Herz-Lungen-Wiederbelebung ist kinderleicht:
Die Arme gestreckt, 90 Grad über den Brustkorb, in der Mitte der Brust 4-5 cm tief drücken und auch wieder entlasten, bei einer Frequenz von 100 Schlägen pro Minute, im Verhältnis 30:2! Sprich 30 mal die Herzdruckmassage und 2 mal beatmen und das solange bis der Rettungsdienst und/oder der Notarzt Vorort ist! Hierbei kann den Ersthelfer ein technisches Gerät unterstützen, dass an vielen öffentlichen Orten zu finden ist. Der AED (Automatischer Elektrischer Defibrillator) leitet den Ersthelfer Schritt für Schritt an und kann zudem das aus dem Rhythmus geratene Herz wieder in den richtigen Takt bringen.
Am Ende der Erste-Hilfe-Ausbildung zogen die Ausbilder das Fazit, dass die Ersthelfer das wichtigste Glied in der Rettungskette sind. Ohne Ersthelfer haben Menschen bei einem Kreislaufstillstand leider keine Überlebenschancen.
Im Anschluss an die Erst-Hilfe-Ausbildung wurden den Teilnehmern die Rettungsgeräte der Drehleiter vorgeführt. Mit Hilfe von verschiedenen Rettungsgeräten wie Krankentrage, Schleifkorbtrage oder Tragetuch kann die Drehleiter den Rettungsdienst bei dem Transport von Patienten aus Gebäuden unterstützen.
Der erste Teil der Grundausbildung läuft noch bis Anfang April und beinhaltet neben der Ersten Hilfe unter anderem die Vermittlung von Grundtätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz.
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